Eine lustige Schlittenfahrt

Freiberger Bergbewohner und Leipziger Flachländer trafen sich, um den Schnee im Erzgebirge zu testen, allerdings nicht auf Skiern, Snowboards oder ähnlichen neumodischen Gefährten, sondern auf dem guten, etwas altmodischen Schlitten.

Am Samstag, dem 4. Februar 2006, früh trafen sich Freiberger Bergbewohner mit Leipziger Flachländern, um den Schnee im Erzgebirge zu testen, allerdings nicht, wie vielleicht erwartet, auf Skiern, Snowboards oder ähnlichen neumodischen Gefährten, sondern auf dem guten, etwas altmodischen Schlitten.

Wie geplant, waren die Leipziger voll froher Erwartung auf die erste Abfahrt pünktlich um 10 Uhr am Schlossplatz vor der Kirche in Freiberg zur Stelle. Die Freiberger erschienen kurze Zeit später, und leider musste die ganze Mannschaft auf eine einzelne Person warten, die sich kurzfristig noch ihrer Turnschuhe (!) entledigen und Ersatz in üblichen Stiefeln holen wollte, was bei 2 Grad minus und hohem Schnee natürlich auf Verständnis stieß. Nun gut, letztendlich setzte sich der Trupp in Bewegung Richtung Ski- und Rodelgebiet Holzhau.

Nachdem zwischendurch auf dem Weg einige "Schäfchen" verloren gegangen waren, kam die Karawane dann doch vollständig am Ziel an, und es wurde nicht lange gezögert, den Kräfte zehrenden Aufstieg zu beginnen. Bei manch sarkastischen Sprüchen über die mitgebrachten kleinen Kinderschlitten wurde er schließlich gemeistert, und die erste Abfahrt begann.

Schnell wurde die beste Spur gefunden und der Fahrer des Minischlittens überraschte den einen und anderen, der mit seinem superneuen Modell kläglich im Holzhauer "Weiß" stecken blieb. So ging es nun etliche Male auf und ab, und des Öfteren zog so mancher Schlittenfahrer die Aufmerksamkeit auf sich durch spektakuläre Stunts, wie "Kopfüber-in-den-Schnee", "Vorwärtsrolle vom Schlitten" oder "Riskante Ausweichmanöver vor Lichtmasten" (letzteres war nicht ungefährlich, aber lustig). Auch wurde die Besetzung von so genannten "Pfannen" ausgereizt. Mit zwei Mann wurde die Höchstgeschwindigkeit erzielt, während eine Dreierbesetzung doch eher Schmerzen verursachte.

Nach etwa einer Stunde wurde eine Kette mit allen Freiberger und Leipziger Schlitten gebildet, die zwar auseinander fiel, aber dennoch zum Schluss allen große Heiterkeit bescherte. Am Parkplatz nahm man dankend heißen Tee entgegen, der die frierenden und nassen Glieder wieder gut durchwärmte. Dann ging es zurück nach Freiberg, wo sich die entkräfteten und müden Schlittenfahrer mit selbstgebackenem Kuchen stärken konnten.

Die Leipziger machten sich nach Auswertung des Tages wieder auf den Weg in ihr leider weniger weißes Ländchen. Hoffentlich haben alle die anstrengende Wintertour ohne Erkältung überstanden.

"Schlitten Heil!" bis zum nächsten Mal.

S.U.