Eine unvergessliche Jugendstunde

Eine Jugendstunde in ungewöhnlichem Rahmen erlebten 16 Jugendliche und ihre Betreuer aus den Gemeinden Dresden-Lockwitz, Pirna und Sebnitz. Gemeinsam besuchten sie eine Glaubensschwester, die ihr gesamtes bisheriges Leben im Rollstuhl verbringen musste.

Eine Jugendstunde in ungewöhnlichem Rahmen erlebten 16 Jugendliche und ihre Betreuer aus den Gemeinden Dresden-Lockwitz, Pirna und Sebnitz am 22. März 2005.

Gemeinsam besuchten sie die Glaubensschwester Eva Leitheiser aus der Gemeinde Dresden-Lockwitz. Eva, wie sie über Gemeindegrenzen hinaus nur genannt wird, ist 52 Jahre alt und musste ihr gesamtes bisheriges Leben im Rollstuhl verbringen. Ziel der Stunde war, das Verständnis füreinander zu fördern und einen Blick "über den Tellerand hinaus" zu tun.

Für drei Jugendliche war es die erste Jugendstunde, denn sie waren erst vor wenigen Tagen konfirmiert worden. Deshalb stellte sich jeder der Anwesenden zunächst einmal vor. Dann erzählte Eva anschaulich aus ihrem Leben. Geboren in Radeberg, wuchs sie dort in einer Wohnung im zweiten Stock bei ihren Eltern auf. Nur zweimal im Jahr konnte sie ihre Wohnung verlassen; der Lehrer kam ins Haus. 1984 musste sie ins Pflegeheim nach Dresden umziehen, da ihre Eltern krank wurden und wenig später verstarben. In Dresden bekam sie Anschluss an die damalige Gemeinde Niedersedlitz (heute Lockwitz). Durch viel Einsatz der Brüder und mit teilweise abenteuerlichen Hilfsmitteln gelang es, ihr das Erleben der Gottesdienste zu ermöglichen - zunächst in der Garderobe, später sogar im Kirchenraum. Seit dem Umzug der Gemeinde im Dezember 2000 ist ihr ein gefahrloser Zugang zu den Kirchenräumen möglich. Seit 1995 bewohnt Eva eine eigene kleine Wohnung, in der sie mehrmals täglich versorgt wird.

Mit großer Aufmerksamkeit erlebten die Jugendlichen diese Stunde und hatten viele Fragen... Die Zeit verging viel zu schnell! Zum Schluss wurde vereinbart, im Sommer ein kleines Grillfest bei Eva auszurichten.

Die Teilnehmer der Jugendstunde sind sich einig: Welch ein Geschenk, wenn man "nur ganz normal" laufen und sich selbst versorgen kann! Zudem: Das Leben von Eva erfüllt eine sehr wichtige Aufgabe - es lehrt uns ganz auf Gott zu vertrauen, es lehrt Geduld, Mitgefühl und Dankbarkeit!

T.H.