Festtage in Löbau

Die neue Löbauer „Hauskirche“ konnte nach 17-monatiger Bauzeit feierlich eingeweiht werden.

Schlüsselübergabe

Am Sonnabend, dem 24. April 2021 erfolgte im Beisein von Apostel Korbien, Bischof Matthes und Ehrengästen aus Politik und Gesellschaft die feierliche Schlüsselübergabe.

Bezirksevangelist Ralf Wilhelmi führte in seiner Funktion als Architekt und verantwortlicher Bauleiter durch die Veranstaltung. Da Pandemie-bedingt nur eine kleine Anzahl der Geschwister teilnehmen konnte, wurde die Veranstaltung per YouTube live übertragen.

Die Stunde wurde von einem Streichorchester mit Klavier- bzw. Orgelbegleitung musikalisch gestaltet.

Nach dem symbolischen Durchschneiden des roten Bandes richtete Apostel Korbien einige Worte an die versammelte Gemeinde, Bischof Matthes sprach das Eingangsgebet.

Anschließend stellte Ralf Wilhelmi das Bauprojekt und die beteiligten Baufirmen vor.

Als Vertreter des Oberbürgermeisters der Stadt Löbau überbrachte Prof. Dr. Klaus Werner die Glückwünsche zur Einweihung.

Pfarrer Daniel Mögel, Vertreter der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Löbau, überreichte nach seinem Grußwort der Gemeinde ein Bild der Löbauer „Heilig-Geist-Kirche“ als Geschenk.

Danach wandte sich auch noch Markus Lehmann, Gemeindeleiter der Löbauer Pfingstgemeinde Elim, an die Anwesenden.

Orgelbauer Roland Martschei präsentierte die neue Pfeifenorgel und trug eine Improvisation aus „Gelobt sei Gott im höchsten Thron“ vor.

Danach überreichte Ralf Wilhelmi symbolisch den Schlüssel an Gemeindevorsteher Dirk Reinke, welcher nach seinen Dankesworten alle Anwesenden noch zu einem kleinen Imbiss einlud.

Mit einem Musikstück wurde diese feierliche Stunde beendet.

Weihegottesdienst

Am Sonntag, dem 25. April 2021 fand um 10.00 Uhr der auch per YouTube übertragene Weihegottesdienst mit Apostel Korbien statt.

Als besonderer Ehrengast nahm Michael Kretschmer, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, am Gottesdienst teil.

Apostel Korbien legte dem Weihegottesdienst das Wort aus Psalm 84, 5.6 zugrunde: „Wohl denen, die in deinem Hause wohnen; die loben dich immerdar. Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten und von Herzen dir nachwandeln!“

Nach der Weihehandlung und einem anschließenden Musikbeitrag mit Sologeige, Klavier und Rezitation wurde die Predigt von Apostel Korbien gehalten, Bischof Matthes gab eine Zugabe.

Gedanken aus der Predigt:

Wir dürfen im Hause Gottes sein. Dieses Haus ist Gott geweiht.

Gott lädt uns in sein Haus ein. Wir dürfen hier wohnen und sind hier zu Hause. Wir haben Zugang zu Gottes Segnungen, zu den Sakramenten, zum Reichtum Gottes. Wir haben alle Rechte, aber auch die Verpflichtung, mitzuarbeiten am geistigen Bau.

Wir wollen Gott loben immerdar (Psalm 84, 5). Der 73. Psalm berichtet von Asaf, einem gottesfürchtigen Mann. Er blickte in sein Umfeld und sah, dass es den Gottlosen Menschen gut ging und sagte zu sich: „Ich diene Gott und habe Mangel.“ Das konnte er nicht begreifen.

Aber Gott öffnete ihm die Augen. Asaf ging in den Tempel, in das Heiligtum Gottes und erkannte: „Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an. … Aber das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf Gott den HERRN, dass ich verkündige all dein Tun.“ (Psalm 73, 23.24.28) - Das ist Lob Gottes!

Gott leitet auch uns nach seinem Rat. Das Bleiben ist entscheidend. Wir wollen hier wohnen, nicht nur zu Besuch kommen.

Gottes Haus hat tragende Wände; das sind die Mauern des Christseins, die in Apostelgeschichte 2, 42 als Kennzeichen der ersten Christen in Jerusalem beschrieben wurden: „Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.“

Wir haben Gott das Versprechen gegeben. „Ich will dir treu sein bis an mein Ende“. Das erfordert eine Kraftanstrengung, zu der es Gottes Hilfe bedarf. Gott schenkt das Gelingen.

Dieses Gotteshaus möge ein Ort der Gemeinschaft in Freude und Leid sein, wo man Verständnis findet. Es ist ein Ort des Gebets füreinander und miteinander. Ein Ort der Spendung der Sakramente: Heilige Wassertaufe, Heilige Geistestaufe und Heiliges Abendmahl. Das Gotteshaus ist ein Ort, da Gott gelobt wird.

In einer anderen Übersetzung des Bibelwortes aus Psalm 84, 5 heißt es: „Glücklich sind, die in deinem Haus wohnen. Stets werden sie dich loben.“ (Elberfelder Bibel)

Nach der Feier des Heiligen Abendmahls, dem Schlusssegen und einem Musikvortrag einiger Kinder der Gemeinde richtete der Ministerpräsident, Herr Michael Kretschmer, seine Grußworte an die Gemeinde.

Aus der Grußansprache des Ministerpräsidenten Michael Kretschmer

Ich bin nach Löbau gekommen, um Menschen zu treffen, die mit einer ganz besonderen Art des Zupackens und der Zuversicht das Leben und den Glauben gestalten. Was hier stattfindet, ist getragen von den Menschen in der Gemeinde vor Ort.

In dieser Zeit droht die Gesellschaft auseinandergezogen zu werden. Es braucht Menschen, die mit Zuversicht und Gottvertrauen einen Beitrag leisten, damit die Gesellschaft zusammenbleibt.

Wir Christen dürfen nicht abseitsstehen, wenn wir gebraucht werden. Christen haben Gottvertrauen und eine Zukunftszuversicht; sie verstehen und wissen, nicht alles selbst in ihrer Hand zu haben. Aber wir wissen auch, da gibt es jemanden, der die Dinge ordnet und auf uns aufpasst.

Wir haben Werte und wissen, wie man sich verhält. Es ist der Wunsch für die Gemeinde, sie möge mit ihrem Glauben Gesellschaft gestalten.

Mit dem Schlusspunkt „Lead Me Lord“, durch Orgel und Streichorchester vorgetragen, ging ein segensreiches Festwochenende für die gesamte Gemeinde wunderbar zu Ende.

 

Links zur Berichterstattung in der Sächsischen Zeitung:

Löbaus neue Kirche ist fertig

Kretschmer bei Kirchweihe in Löbau